Informationen für Vermieter


Mieter und Vermieter haben Rechte, aber auch Pflichten. Leider stellen wir immer wieder fest, dass viel Halbwissen und manchmal auch schlicht falsche Informationen weitergegeben werden und für bare Münze gehalten werden. Dies kann spätestens bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung fatale Konsequenzen haben.

Betriebskostenabrechnung
Müll trennen
Richtig Heizen und Lüften

Betriebskostenabrechnung

accountant-1238598_1920Der häufigste Konflikt zwischen Mieter und Vermieter ist die Betriebskostenabrechnung. Immer wieder gibt es Streitigkeiten darüber, welche Posten umlagefähig (= vom Mieter zu tragen) und welche nicht umlagefähig (= vom Vermieter zu tragen) sind.

Der Gesetzgeber sieht grundsätzlich vor, dass der Vermieter auch die laufenden Kosten, also die Betriebskosten (auch Nebenkosten genannt) trägt. Allerdings dürfen Mieter und Vermieter in dem Mietvertrag davon abweichende Reglungen treffen. Dabei kommt es auf die richtige Wortwahl an. Pauschale Aussagen wie z.B. „Der Mieter trägt sämtliche Betriebskosten.“ sind ungültig. Die Betriebskosten müssen explizit aufgeführt sein, allerdings genügt auch ein Verweis auf den Betriebskostenverordnung (http://www.gesetze-im-internet.de/betrkv/). Bei wirksamer Formulierung kann der Vermieter alle in der Betriebskostenverordnung genannten Kosten auf den Mieter umlegen.

Als Faustformel kann man festhalten, dass der Vermieter (bei wirksamer Vereinbarung) alle zum normalen Betrieb notwendigen Kosten einer Wohnung oder eines Hauses auf dem Mieter umlegen kann. Niemals auf den Mieter umgelegt werden können Instandhaltungskosten sowie eventuelle Verwaltungskosten. Ferner darf der Vermieter nur angemessene und erforderliche Kosten auf Mieter umlegen. Auf unwirtschaftlichen Betriebskosten bleibt er sitzen. Das geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Düsseldorf hervor (Az. I-24 U 115/12)

Gerne beraten wie Sie bei der Erstellung rechtsgültiger Klauseln im Mietvertrag sowie der Erstellung der Betriebskostenabrechnung.
nach oben

Müll trennen

dustbin-1175898_1920Es gehört zu den Pflichten des Mieters die Mülltonnen richtig zu befüllen. Sollte durch falsche Befüllung eine Mülltonne nicht geleert werden oder zusätzliche Kosten entstehen sind diese grundsätzlich vom Verursacher zu tragen. Meistens ist dies der Mieter.

Es gibt verschiedene Gründe dafür, warum eine Mülltonne nicht geleert wird.

  1. Falsche Befüllung
    Einer der häufigsten Gründe für eine ungeleerte Mülltonne ist eine falsche Befüllung. Besonders nach Umzügen oder kleineren Renovierungen wird häufig auch Sperrmüll oder Bauschutt in den Haushaltmüll getan. Dies ist nicht zulässig und berechtigt den Entsorger die Mülltonne stehen zu lassen.
  2. Überquellende Mülltonnen
    Sollte eine Mülltonne nicht genug Platz bieten, bieten die kommunalen Entsorger den Kauf von zusätzlichen Plastikbeuteln an. Diese klar deklarierten Plastiksäcke können dann einfach neben die Mülltonne gestellt werden. Sollte die Mülltonne dauernd zu klein sein, sprechen Sie mit Ihrem Vermieter darüber, damit eventuell das Volumen der Mülltonne oder das Intervall der Leerung angepasst wird.
  3. Zu schwere Mülltonnen
    Viele Mieter scheuen die Kosten für eine größere Mülltonne und pressen teilweise mit maschineller Hilfe den Müll in Tonnen. Dies reduziert zwar das Volumen, aber nicht das Gewicht des Mülls. Allein aus Gründen des Arbeitsschutzes dürfen zu schwere Mülltonnen nicht entleert werden. In manchen Gemeinden droht sogar ein empfindliches Bußgeld bei Verwendung solcher Müllpresser.
  4. Zu spät oder gar nicht rausgestellt
    Die RSAG verweist darauf, dass Mülltonnen ab 6 Uhr des Entleerungstags an der Straße stehen müssen.

Weitere Informationen zur richtigen Befüllung finden Sie auf der Homepage der RSAG AöR: http://www.rsag.de/richtig-entsorgen/abfalltrennung-im-rhein-sieg-kreis/restmuell/
nach oben

Richtig Heizen und Lüften

Zu kaum einem anderen Thema gibt es so viele unterschiedliche Ansichten und Halbwahrheiten wie zu richtigem Heizen und Lüften. Als erstes muss man sich klar machen, dass Heizen und Lüften unmittelbar miteinander zusammen hängen. Nur wer richtig heizt kann richtig lüften und nur wer richtig lüftet heizt kostensparend.

Fehler Nr. 1 Tagsüber die Heizung aus und abends auf höchster Stufe heizen
Viele Mieter haben die Angewohnheit, die Heizung tagsüber auszuschalten und abends nach Feierabend die Heizung voll aufzudrehen in der Hoffnung die Heizkosten möglichst gering zu halten. Diese Annahme ist leider falsch. Durch das Auskühlen des Raums wird eine enorme Energiemenge benötigt um die kalte Luft zu erwärmen. Aber selbst wenn die Luft erwärmt ist, „strahlen“ die Wände und der Boden noch Kälte ab. Ein wohnliches Gefühl wird so nicht erreicht.

Besser:
Die Heizung auch während der Arbeitszeit auf geringer Stufe weiterheizen lassen. So wird ein Auskühlen des Raums verhindert und auch die Heizleistung hält sich – bei entsprechender Isolierung – in Grenzen.

heating-949081_1920

Fehler Nr. 2 dauernde Kipplüftung
Inzwischen ist fast allen Mietern und Vermietern die Bedeutung einer richtigen Lüftung bewusst. Leider wird immer wieder versucht, dies mittels gekippten Fenstern zu erledigen. Um zu verstehen, warum ein gekipptes Fenster nicht die optimale Art der Belüftung ist, muss man sich die Aufgaben der Lüftung verdeutlichen.
Das Lüften soll die verbrauchte Luft des Innenraums mit frischer Luft von draußen austauschen. Verbrauchte Luft ist zwar meistens wärmer als Außenluft, aber in den meisten Fällen auch feuchter, da warme Luft wesentlich mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann als kalte Luft.
Durch das Kippen der Fenster findet ein Luftaustausch nur in unmittelbarer Fensternähe statt. Das gekippte Fenster verhindert einen Luftstrom in den Raum hinein. Stattdessen kühlt die Wand um das Fenster aus. An der kalten Wänden kondensiert Luftfeuchtigkeit und begünstigt Schimmelbildung.

Besser:
Auch während der Heizperiode ist es effektiver und auch kostengünstiger die Fenster 5-10 min quer zu öffnen und wenn möglich einen Luftstrom durch den Raum zu erzeugen, der die Luft komplett austauscht. Zwar geht mit dem Luftaustausch auch die Wärme verloren, aber wie schon oben beschrieben, ist in der warmen Luft viel Feuchtigkeit gespeichert, die es zu vermeiden gilt. Durch das konstante Heizen dienen Wände und Boden als Wärmespeichermedium und geben dem Raum schnell wieder eine wohnliche Wärme.

Fehler Nr. 3 nur einen Raum heizen
Häufig kommt es vor, dass nur ein Raum geheizt wird und durch offen stehende Türen und Treppenhäuser so auch der restliche Wohnraum geheizt werden soll. Dies ist die denkbar schlechteste Art und Weise, da so einerseits in dem beheizten Raum die Heizung unverhältnismäßig viel Leistung erbringen muss und so andererseits die verbrauchte, aber auch feuchte Luft in die anderen Räume transportiert wird. Dort könnte die Feuchtigkeit an den kalten Wänden kondensieren und somit Schimmelbildung begünstigen.

Besser:
Lüften und heizen Sie alle Räume. Selbst Räume, die Sie selten nutzen sollten auf geringer Stufe geheizt werden, sofern diese nicht durch Türen oder andere thermische Barrieren getrennt sind.
nach oben